DAS MUSICAL

DIE GESCHICHTE VOM BAIRISCHEN BIER – DAS VOLKSMUSICAL

HINTERGRUND

Am 23. April 1516 erließen die Wittelsbacher Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig X. innerhalb einer neuen Landesordnung eine Vorschrift, nachdem „(…) zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen. (…)“. Sie erweiterten so einen Erlass ihres Vaters von 1487 („Münchner Reinheitsgebot“) auf das ganze Fürstentum Baiern. Die Brauvorschrift war eine Reaktion auf zahlreiche Klagen über schlechtes Bier: um ihren Gewinn trotz steigender Rohstoffpreise und unterschiedlicher regionaler Bedingungen zu sichern, reagierten viele Brauer mit einer schlechteren Qualität. Zutaten wie z.B. Hirse, Wacholder, Ochsengalle, Roggen Weizen, Kienruß, Sumpfporst oder Bilsenkraut wurden dem Brauvorgang zugesetzt. Ein weiterer Grund für den Erlass war die Sicherstellung der Lebensmittelversorgung: der wertvollere Weizen oder Roggen war nur den Bäckern vorbehalten. Und letztlich sollten den bairischen Brauern Wettbewerbsvorteile verschafft werden. Das Reinheitsgebot von 1516 ist das älteste, noch heute gültige Lebensmittelgesetz der Welt.

INHALT

Auch in einem bairischen Dorf, dessen Bevölkerung standesrechtlich friedlich und der damaligen Zeit angepasst lebte, machte das Gerücht über diese neue Verordnung die Runde: der Dorfvorsteher berichtete seinen Stammtischbrüdern von den Neuigkeiten. Der Apotheker und der Brauer jedoch waren nicht begeistert, hatten sie doch all die Jahre gut an dem bisherigem Brauen verdient. Dazu kommt, dass das alljährliche „Künstler-Duell“ wieder anstand. Der größte Umsatzfaktor des Brauers. Die Familien Gigl und von Bommerdill wollen sich erstmals in der Kunst des Tanzens und Theaterspielens messen – da kommt so eine neue Verordnung gar sehr in die Quere. Und Pfarrer Rudolf fürchtet gar, dass die Bevölkerung durch den Genuss des „reinen Bieres“, nicht mehr weiter für dumm gehalten werden kann und zu viel mitdenkt… Kurzum: die überlegten Mahnungen des örtlichen Harlekins und die liebenden, aber strengen Worte der Braumeistergattin stimmen den Braumeister um: nachdem ein Gesandter Der Wittelsbacher den Erlass verkündete, wurde das erste Bier „ANNO 1516“ nach dem neuen Gebot ausgeschenkt!

Manches ist wahr, manches auch dazugedicht…